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Tag 9- Die Liebe hegt und pflegt

"Ich selbst werde euch trösten, wie eine Mutter ihr Kind tröstet." (Jesaja 66,13)

Es existiert das Klischee, Väter wären nicht in der Lage emotionale und körperliche Nähe zu ihren Kindern aufzubauen, so wie die Mütter, einfach weil sie Männer sind und weil Mütter ja bereits Kontakt zu ihren Kindern aufnehmen, wenn diese noch in ihrem Bauch sind. Aber das stimmt einfach nicht. Väter sind durchaus in der Lage durch ihre herzliche, körperliche Zuwendung ihren Kindern Zuspruch und Fürsorge zuteil werden zu lassen. Und das sollten sie auch regelmäßig und in großer Menge tun!

 

Und doch ist die Liebe einer Mutter einzigartig und unglaublich kostbar, so das Buch.

Die liebevolle Zuneigung einer Mutter wird auch in der Bibel als Vergleich genannt, um zu verdeutlichen, wie sich vollkommener Friede anfühlt, oder wie es ist, wenn Gott sein Volk wieder annimmt. Das könnt ihr in Psalm 131,2 und in Jesaja 66, 12 nachlesen. 

 

"Diese Vorstellungen umfasst der Ausdruck "hegen und pflegen". Gemeint ist nicht, jemanden ganz allgemein zu lieben, sondern ihn besonders behutsam und zärtlich zu beschützen und zu umsorgen"

(S. 64).

 

Stephen und Alex Kendrick führen noch weiter aus, was mit diesem Ausdruck gemeint sind, indem sie beschreiben, wie das kleine, nackte und hilflos schreiende Baby nach der Geburt direkt in die warmen, liebevollen Arme der Mutter gelegt wird, die sich zärtlich um das Kleine kümmert, es streichelt, küsst und ein leises Lied summt. Die Mutter tröstet ihr Baby und es fühlt sich sicher, geborgen und geliebt.

 

Die Liebe ist es, die uns dazu führt unsere Kinder liebevoll zu umsorgen. Und jeden Tag gibt es Gelegenheiten unsere Kinder zu "hegen und zu pflegen", ihnen unsere liebevolle Zuneigung durch eine zärtliche Umarmung, dem Streicheln über den Kopf oder einem Lächeln auf dem Gesicht zu zeigen. Da gibt es noch viele andere kleine Gesten, durch denen wir körperlich und auch emotional unseren Kindern näher kommen können, kleine Gesten, die für unsere Kinder aber sehr großer Bedeutung sind und ihnen in so mancher Situation Trost, Aufmunterung und Zuspruch ist.

 

Dabei sollten wir uns aber nicht unter Druck gesetzt fühlen. Manch einer mag vielleicht sagen: "Ich bin nicht so ein gefühlsbetonter Mensch, ich zeige meine Zuneigung eher auf eine andere Art und Weise!". Natürlich gibt es auch andere Wege, Liebe gegenüber den Kindern auszudrücken, aber für die Kinder ist auch Berührung auf angemessene Weise wichtig, um sich geliebt und geborgen zu fühlen.

 

Ich habe einen sehr interessanten Artikel im Internet gefunden, der darüber berichtet, wie wichtig es ist, dass Kinder eine oder zwei feste Bezugspersonen haben, die nicht nur für ihre körperlichen Bedürfnisse sorgen, sondern auch emotional mit ihnen in Verbindung tritt: https://www.zeit.de/1973/45/wo-das-laecheln-erstirbt.

 

 

Das habe ich heute gelernt: Kinder wollen liebevoll umsorgt werden. Dieser Aufgabe können die Eltern durch die Liebe zu ihnen gerecht werden. Angemessene Berührung bedeutet Kindern sehr viel und kann in den unterschiedlichsten Situationen Trost, Zuspruch, Geborgenheit, Aufmunterung und Zuneigung vermitteln. 

Die Aufgabe für heute: Überlegen, wie ich heute Wärme in das Herz und das Leben meiner Kinder bringen kann. Eine passende Gelegenheit für eine liebevolle, unerwartete Berührung nutzen. Eine angemessene Geste wählen, um meine aufrichtige Wertschätzung zu zeigen.

Und so erging es mir heute: Heute hatten wir als Familie eine unerwartete, wunderschöne Zeit zusammen. Eigentlich sollte mein Mann bis 17:00Uhr arbeiten. Aber er wurde von einem Kollegen abgelöst. Außerdem war seine Schwester zu Besuch gekommen. Und dann der krönende Abschluss am Abend: Der Besuch auf dem Weihnachtsmarkt.


Und dabei sah es am Morgen noch gar nicht so aus. Nachdem mein Mann um 9 die Wohnung verlassen und mich mit den Kindern alleine gelassen hatte, war meine Laune am Tiefpunkt angelangt. Die Decke fiel mir schon spürbar auf den Kopf und ich hatte überhaupt keine Lust mich acht Stunden voll und ganz den Bedürfnissen meiner Kinder zu widmen. Ja, ich erwischte mich sogar dabei, dass ich es meinem Mann nicht gönnen konnte, dass er ganz alleine zur Arbeit gehen konnte und dort eine relativ entspannte Zeit haben konnte (weil am Samstags fast nie was los ist).

Mit dieser schlechten Laune bin ich dann nach einigem Hin und Her zu Gott gegangen und hab ihm all mein Leid geklagt. Ich bat ihn auch, mir zu helfen meine schlechte Laune nicht an den Kindern raus zu lassen, die ja für all dies nichts könnten. Dann ging ich wieder zu den kids. Und ich muss sagen, es ging mir nicht sofort hundertprozentig gut, aber mir kamen statt all der schlechten und frustrierten Gedanken, entstand ein neues, positives Denken. "Ich liebe meine Kinder!", kam mir nun in den Sinn und mir wurde bewusst, dass ich mich für sie zusammenreißen wollte. Innerlich bat ich Gott nochmal um Hilfe. Dann wurde es wirklich besser und der Morgen verlief dann sehr entspannt.

Gegen 12:30 rief dann auf einmal die Schwester meines Mannes an und fragte ob sie kommen könnte. Ich war ihr sehr dankbar, denn ich hatte mich heute morgen sehr einsam und alleine gefühlt und war froh, Gesellschaft in Aussicht gestellt zu bekommen. Wieder ein wenig später klingelte mein Handy erneut: Es war mein Mann, der mir freudig mitteilte, dass er früher nach Hause kommen würde und dass wir von Freunden gefragt worden waren, ob wir am Abend mit ihnen gemeinsam zum Weihnachtsmarkt fahren wollen. Mein Herz hüpfte schier vor Freude bei diesen guten Nachrichten. Es stellte sich heraus, dass unsere Freunde leider doch nicht mitkommen konnten, aber so hatten wir mal wieder seit echt langer Zeit eine schöne Zeit als Familie. 

Und ich bin sooo unglaublich dankbar! Gott hat mich heute sehr reich beschenkt und ich bin total glücklich!

Ich denke auch, dass Dankbarkeit eine große Auswirkung auf den Umgang mit meinen Kindern und auf die Fähigkeit ihnen Liebe und Anerkennung in Form von Berührungen und zärtliche Fürsorge zu geben. Ich glaube, man kann nur das weitergeben, womit man selbst gefüllt ist. Ist man mit Bitterkeit und Unmut gefüllt, so gibt man dies an die Kinder weiter und sie spiegeln es uns zurück. Füllt aber Dankbarkeit und Liebe unser Herz, dann wirkt sich das auch auf unsere Kinder und unseren Umgang mit ihnen aus. Das ist mir jedenfalls heute sehr klar geworden. 

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