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Tag 2- Die Liebe ist geduldig

"Und ihr Väter, seid nicht ungerecht gegen eure Kinder. Erzieht sie vielmehr mit Disziplin und zeigt ihnen den richtigen Weg, so wie es Christus entspricht."

(Epheser 6,4)

Was bedeutet das, "Geduld haben"? Stephen und Alex definieren "geduldig sein" folgendermaßen: "Wir sind geduldig, wenn wir uns aus Liebe dafür entscheiden, in einer bestimmten Situation einen langen Atem zu haben- zum Wohl eines anderen" (S.22).

Das ist leichter als gesagt. In unserer schnellebigen Welt voller Zeitdruck und Termine ist es oft gar nicht möglich "einen langen Atem zu haben", dafür reicht die Zeit nicht. So erlebe ich es jedenfalls oft. Und in solchen Situationen sich aber aus Liebe zu jemanden dafür zu entscheiden Ruhe zu bewahren, vielleicht tief ein- und auszuatmen, gar nicht so einfach!

Ich lese weiter. Auf Seite 23 wird erwähnt, dass Eltern  in ihrer Liebe angehalten sind, Geduld zu üben. Es scheint also etwas zu sein, was wir lernen können. Das ist ja schonmal beruhigend. Also an alle Eltern, die merken, dass sie oft zu ungeduldig sind ( ich schließe mich da ein), es gibt Hoffnung, dass das besser werden kann.

Meine Kinder schaffen es, mich manchmal zur Weisglut zu bringen. Ich werde dann oft zornig und sage oder tue Dinge, die aus meiner Hilflosigkeit und Ohnmacht so aus mir heraus platzen und die mir hinterher sehr Leid tun! Warum machen es meine Kinder mir aber auch manchmal so schwer?

Aber wisst ihr was? Genauso geht es Gott auch manchmal. Auch ich, seine Tochter, gehe oft meine  Wege, höre nicht auf das, was er mir sagen möchte und bin bockig und scheinbar unbelehrbar. Aber Gott liebt mich trotzdem. Er ist so gnädig und geduldig mit mir, selbst, wenn ich mich immer und immer wieder mit ihm anlege und meinem egoistischem Eigenwillen folge. Und warum? Weil seine Liebe größer ist, als sein Zorn! Er liebt uns einfach so unsagbar, unbeschreiblich stark, dass er uns in Gnade trägt und dann noch sagt: "Hey, ich liebe dich immer noch und das ist völlig unabhängig davon, was du tust!".

Wenn ich mir diese unverdiente Liebe bewusst mache, dann macht das was mit mir.

Und ich hoffe, dass, wenn ich demnächst beginne zornig über eines meiner Kinder zu werden, ich es schaffe mir diese Liebe Gottes mir gegenüber in Erinnerung zu rufen und dass diese Liebe auch etwas in meinem Verhalten gegenüber meinen Kindern verändert. Vielleicht bin auch ich das nächste Mal etwas liebevoller, verständnisvoller und gnädiger mit meinen mir doch so ähnlichen Kindern.

 

Zorn sollte nie aus der Kontrolle geraten. Das möchte ich meinen Kindern vorleben. Sie sollen sehen, dass ich meinen Zorn durch Gottes Liebe beherrschen kann. Und ich hoffe, dass sie das dadurch auch leichter lernen können.

 

Was ich auch sehr interessant fand zu lesen, ist die Tatsache, dass Eltern sich oft über ihre Kinder in Bereichen ärgern, die sie selber nicht an sich mögen oder in denen sie selbst Schwächen haben. Sie blicken sozusagen in einen Spiegel und sehen in dem Verhalten ihrer Kinder sich selbst und ihr eigenes Versagen. Anstatt überzurreagieren und die Kinder zornig zurechtzuweisen, wäre es wohl angebrachter Verständnis zu zeigen und zu bekennen, dass man ebenfalls in diesen Bereichen Probleme hat. Diesen Tipp von Kendricks fand  ich sehr lehrreich.

 

Das habe ich heute gelernt:

Ich will mich also in Geduld üben, denn wenn ich erst einmal kurz tief durchatme, bevor sich meine Gedanken überschlagen, habe ich Zeit eine Situation zu überblicken, ehe sie eskaliert und angemessene Schritte einzuleiten. Mit Hilfe von Geduld, bewahre ich mir einen "kühlen Kopf" und das braucht man gerade in Stresssituationen sehr dringend!

 

Die Aufgabe für heute:

Die Worte "Liebe ist Geduldig" auf einen Zettel notieren und sich diesen für einige Wochen an einen gut sichtbaren Ort zur Erinnerung, geduldig sein zu wollen, hinkleben.


Und so ist es mir heute ergangen:

Ganz ehrlich? Ich bin froh, dass es sich bei Geduld um eine Übung handelt, und nicht um etwas, das man von jetzt auf gleich können muss. Und doch kann ich sagen, dass es mir sehr geholfen hat, mir Gottes Liebe zu mir, als seinem widerspenstigen Kind, bewusst zu machen. Dass ich selbst in Stresssituationen erst mal ruhig werde, besonnen nachdenken kann und die Situationen versuche ersteinmal zu überblicken, bevor ich handle, ist mir heute noch nicht so gut geglückt. Aber ich möchte optimistisch sein und vorallem auch Gott um Hilfe bitten, der mir sicher gerne helfen wird. Ich bleibe dran☺️

Mein Erinnerungszettel daran, dass Liebe geduldig ist, sieht übrigens so aus:

 

Erinnerung Geduld
Erinnerung Geduld

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